Bye bye, Per Mertesacker
Vor ein paar Jahren haben ich eine aufgeregte SMS von meiner Ex-Freundin bekommen. Sie, gerade auf dem Weg mit der Bahn von Süd– nach Norddeutschland, hatte den Neu-Bremer Per Mertesacker getroffen und wollte wissen, ob ich an einem Autogramm interessiert sei. Klar doch. Auch wenn Per dafür vom Nintendo DS losgerissen werden musste.
Nun ist Per Mertesacker nach einigem Hin und Her nicht mehr beim SV Werder, sondern praktisch in letzter Minute noch zum FC Arsenal gewechselt. Und das ausgerechnet jetzt, wo die neue Saison recht gut begonnen hat (immerhin: drei von vier Spielen gewonnen!), und man die Hoffnung hatte, mit Merte und dem wieder genesenen Naldo eine halbwegs stabile Abwehr zusammen zu haben. Nachdem die vergangene Spielzeit auch für „Merte“ alles andere als optimal gelaufen ist, ihm das aber wohl niemand in Bremen übel genommen haben dürfte. Nachdem ich im letzten Jahr fast eine Kneipenschlägerei hingenommen hätte, weil ich gar nicht erst mit mir diskutieren lassen wollte, als jemand meinte, Mertesacker hätte niemals in die Nationalmannschaft berufen werden dürfen.
Wie auch immer: Der Weggang von Mertesacker ist schade; er wiegt schwer und wird nicht einfach auszugleichen sein. Aber eigentlich hatte ich schon viel früher mit einem Wechsel gerechnet. Außerdem kann Werder so noch eine ordentliche Ablösesumme mitnehmen. Spannend wird sein, wie sich die Werder-Abwehr in nächster Zeit präsentieren wird.
Auf ein Neues: die Bundesliga-Saison 2011/2012 beginnt
Ach ja, nach der durch die Frauen-Fußball-WM recht kurz wirkenden Sommerpause geht es am Freitag endlich mit der Männer-Bundesliga weiter. Was können wir erwarten? Von den allgegenwärtigen Bayern – jetzt mit Manuel Neuer im Tor – erwarten alle, dass sie stärker oder zumindest konstanter spielen, beim BVB glaubt man, dass eine Titelverteidigung praktisch unmöglich ist, und … na ja … Schalke, Leverkusen und der HSV stehen ohnehin im Ruf, niemals wieder eine Deutsche Meisterschaft gewinnen zu können. Die Tendenz an der Tabellenspitze ist also recht eindeutig.
Dahinter wird es spannender: Was macht zum Beispiel der Wiederaufsteiger aus Berlin? (Wieder Bremens liebster Punktelieferant?) Wie schlägt sich Augsburg in der ersten Liga – und können Teams wie Hannover und Mainz ihre guten Ergebnisse aus der Vorsaison wiederholen? Aber auch: Was werden bloß „meine“ Bremer machen? Nach dem verkorksten letzten Jahr traue ich mich ja kaum, mir den Saisonauftakt anzuschauen. Ob dieses Jahr wieder ein einziger Kampf gegen den Abstieg wird? Mein Tipp: das zwölfte Jahr von Thomas Schaaf an der Weser wird dort auch sein letztes sein, so sympathisch er auch sein mag.
Wie auch immer: Weil wir alle doch immer so herrlich daneben liegen mit unseren Vorhersagen, hier auch noch ein Tipp für die Abschlusstabelle:
- Bayern München
- FC Schalke 04
- Borussia Dortmund
- Hamburger SV
- Bayer Leverkusen
- VfB Stuttgart
- VfL Wolfsburg
- Hannover 96
- Hertha BSC Berlin
- FSV Mainz 05
- 1. FC Köln
- 1899 Hoffenheim
- Werder Bremen
- 1. FC Kaiserslautern
- SC Freiburg
- 1. FC Nürnberg
- Borussia Mönchengladbach
- FC Augsburg
Also denn: eine schöne und spannende Saison!
Update: Diesen Text hatte ich bereits vor dem hochnotpeinlichen Pokal-Aus von Werder gegen Heidenheim geschrieben. Nach dem Spiel bin ich mir nun ganz sicher, dass Werder eine höchst schwierige Saison inklusive Abstiegskampf bevorstehen wird.
Japan ist Weltmeister(in)
Wow. Was für ein spannendes Finale: Zweimal konnten die USA in Führung gehen, einmal in der regulären Spielzeit, einmal in der Verlängerung. Und die Japanerinnen waren nicht unterzukriegen, konnten zweimal ausgleichen und das Elfmeterschießen für sich entscheiden. Die USA waren über weite Strecken des Spiels überlegen und haben sich deutlich mehr Torchancen erarbeitet, aber eben auch die meisten davon liegen gelassen.
Insgesamt ein tolles Spiel und ein toller Abschluss für diese Frauen-Fußball-WM.