Frauen-Weltmeisterschaft 2011

Vom 26. Juni bis zum 17. Juli findet die Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen statt, und Deutschland hofft auf die Titelverteidigung und ein wahres Sommermärchen.

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Bildquelle: By Kebne62 (Own work) [CC-BY-3.0], via Wikimedia Commons

Japan ist Weltmeister(in)

Wow. Was für ein spannendes Finale: Zweimal konnten die USA in Führung gehen, einmal in der regulären Spielzeit, einmal in der Verlängerung. Und die Japanerinnen waren nicht unterzukriegen, konnten zweimal ausgleichen und das Elfmeterschießen für sich entscheiden. Die USA waren über weite Strecken des Spiels überlegen und haben sich deutlich mehr Torchancen erarbeitet, aber eben auch die meisten davon liegen gelassen.

Insgesamt ein tolles Spiel und ein toller Abschluss für diese Frauen-Fußball-WM.

Slapstick auf die brasilianische Art

Bei allem, was man Positives über den brasilianischen Fußball sagen muss, kann man auch nicht leugnen, dass die Brasilianer immer gut sind für fantastische Slapstick-Einlagen. Ob nun Rivaldo, Roberto Carlos (ab 3:25 min) oder Luis Fabiano. Nun haben wir aktuell aber auch sehen können, dass auch die Frauen-Nationalmannschaft über die gleichen Fähigkeiten verfügt: Neben Marta, die sich mit einem beherzten Schubser ihren Weg zu ihrem ersten Turniertor geebnet hatte, hat vor allem Erika mit ihrem Zeitspiel im Viertelfinale gegen die USA einen bleibenden Eindruck hinterlassen. (Das ganze ist natürlich schade, weil die zweifelsfrei grandiose Mannschaft mit diesen Einlagen ganz offensichtlich eine Menge Sympathien beim Publikum verspielt hat.)

Leider gibt es die Videos von Erika nicht mehr auf Youtube, daher noch einmal die Tore und das Elfmeterschießen im Rückblick:

Aus der Traum

Sommermärchen, dritter Weltmeister-Titel in Folge, das auch noch im eigenen Land, feiernde Massen auf den Straßen … der Traum ist geplatzt. Sang- und klanglos verliert das deutsche Team gegen Japan nach Verlängerung mit 0:1. Nach dem tollen Spiel gegen Frankreich hatte man nicht unbedingt damit gerechnet, dass die Japanerinnen ein echtes Hindernis sein könnten auf dem Weg zum Titel. Von wegen.

Der Abend war für die gesamte Mannschaft bitter, ganz besonders aber sicherlich für Birgit Prinz, die nicht mehr eingewechselt wurde und damit keine Gelegenheit mehr bekommen hat, sich zu beweisen. Und natürlich für Kim Kulig, die bereits nach drei Minuten mit einem Kreuzbandriss unter Tränen ausgewechselt werden musste. Irgendwie war das sinnbildlich für das gesamte Spiel: die Deutschen waren verzweifelt. Sie sind gegen die Japanerinnen angerannt, haben alles versucht, am Ende aber hat es nicht für einen Erfolg gereicht.

Es reicht eben nicht aus, auf dem Papier die bessere Mannschaft zu sein. Gestern abend waren die Deutschen nicht besser als die Japanerinnen. Über die Gründe wird man noch fleißig diskutieren und spekulieren. Und beim nächsten großen Turnier funktioniert vielleicht alles wieder besser. Vielleicht wird die nächste EM oder die WM in vier Jahren das Turnier für Kim Kulig und Alex Popp, von denen ich nach tollen Vorbereitungsspielen eigentlich gedacht hatte, dass sie bereits bei dieser Weltmeisterschaft herausragende Rollen einnehmen würden. Birgit Prinz jedenfalls wird diese Gelegenheit nicht mehr bekommen. Ihre Karriere im Nationalteam beendete sie als Zuschauerin auf der Bank.

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